Welche Wanderschuhe sind für Madeira sinnvoll?(*)

Rutschfest sollen sie sein, wasserdicht ist wichtig, bequem wäre nicht schlecht.

Die Marke, die Ihr wählt ist egal. Die großen Hersteller produzieren alle gute Qualität und wenn Ihr irgendwelche Billigtreter bequem findet, ist das auch ok.

Die Rutschfestigkeit ist so eine Sache. Die Sohlen sollten dafür nicht zu hart sein, was sie bei schweren Bergschuhen allerdings sind. Steigeisenfeste Stiefel sind meiner Meinung nach für Madeira nicht geeignet, da Ihr keine Steigeisen braucht. Im Gebirge sind die Wege steinig, viel Felsen, noch mehr Stufen und es ist feucht. Das Gestein auf Madeira ist vorwiegend Basalt, Trachyt und Tuff. Die ersten beiden Gesteine sind extrem rutschig bei Nässe, beim Tuff kommt es darauf an, wie stark er verwittert ist. Wenn Ihr entlang der Levadas auf stark verwitterten Tuff trefft und es vorher geregnet hat, gestaltet sich der Untergrund wie Glatteis.

Fazit: Schuhe mit einer relativ weichen Sohle und gutem Profil sollten Euch sicher über Madeira bringen. Auf der Internetseite von Meindl (**) sind die Kategorien von Wanderschuhen gut zusammengefasst. Meiner Meinung nach sollte eine A/B oder eine B ausreichen. Sportlern reicht evtl. sogar eine A.

Beim Thema wasserdicht scheiden sich die Geister: Die einen schwören auf Membrane wie Gore-Tex, andere, dazu gehöre ich, wandern lieber mit reinem Lederschuh. Beim Schuh mit Membran braucht Ihr nichts zu machen, der sollte dicht sein. Allerdings bekommt ihr das Wasser nicht so schnell raus, wenn es oben rein läuft. Und wenn es warm wird, fühlt sich ein Schuh mit Gore Tex wie ein Gummistiefel an. Wanderschuhe aus reinem Leder müsst ihr wachsen und zwar dick, bis sich der Schuh vollgesaugt hat, dann hält er zwei Regenwochen dicht. Regnet es so stark, dass das Wasser oben reinläuft, macht nichts: weiter wandern, Ihr drückt das Wasser beim Gehen aus den Schuhen. Turnschuhgeher (es gibt auch rutschfeste mit guter Sohle, so genannt Trailschuhe) müssen mit nassen Füßen klarkommen können.

Fazit: Wachsen oder Membran? Ich wachse lieber. Macht, Ihr was Ihr wollt.

Kommen wir zum Bequemen. Da kaum ein Füßepaar dem anderen gleicht, gibt es auch keine allgemein gültige Aussage. Wer gut trainiert ist, braucht sicher keine knöchelhohen Schuhe für eine Vier-Stunden-Tour. Für Gelegenheitswanderer sollte der Knöchel geschützt sein, denn wenn die Konzentration nachlässt, knickt man leichter um und da bieten hohe Wanderschuhe einen gewissen Schutz. Geht auch davon aus, dass im Laufe einer mehrstündigen Wanderung Eurer Füße anschwellen: Der Schuh sollte groß genug sein. Wenn Ihr Euch zum ersten mal Trekking-, Wander- oder Bergschuhe kauft, geht in ein Fachgeschäft und lasst Euch beraten. Alle anderen wissen hoffentlich, was sie tun, wenn sie im Internet bestellen.

Fazit: Den bequemen und perfekten Schuh mag es sicher geben, ihn zu finden, kann lange dauern. Egal, ob Ihr schwere Bergschuhe, Trekkingschuhe oder leichte Halbschuhe kauft, wichtig ist eine gute Passform an der Ferse und Platz bei den Zehen.

(*) Haftungsausschluss: Alle Angaben sind sorgfältig erkundet und nach bestem Wissen und Gewissen überprüft worden. Für Schäden und Beeinträchtigungen, die durch das Lesen des Textes und das Handeln danach entstehen, kann der Autor keine Haftung übernehmen.

(**) Ich habe mit der Firma Meindl nichts zu tun und bekomme für den Link auch kein Geld.

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